Mitten im Naturschutzgebiet Stammheim konnten Spaziergänger am Sonntag einen Ticket-Check-In finden. Natürlich steckte dahinter keine illegale Party, sondern eine Corona-konforme Müllsammelaktion der KRAKE. Denn auch wenn ein Krakling beim Einchecken lachend anmerkte „Ein bisschen Sehnsucht nach Konzerten bekommt man dabei schon.“, waren wir natürlich nicht nur zum Spaß dort.

Es gab viel zu tun, denn das Hochwasser hatte wieder jede Menge Müll angeschwemmt und da am ersten März die Brutsaison anfing, eilte auch die Zeit.

Bild: David Peters

Vorab hatten wir die Auen, wie auch schon bei unserer Aktion im Januar, in verschiedene Sektoren eingeteilt. Diese trugen die Namen von Meerestieren, welche besonders durch menschlichen Müll betroffen sind: vom Basstölpel bis zur Atlantik-Bastardschildkröte. Liebevoll von Simon Becker gestaltete Infotafel markierten dabei vor Ort nicht nur die Sektoren, sondern vermittelten auch gleich noch Wissenswertes zu den jeweiligen Tieren. Den Sammeltag hatten wir zusätzlich in verschiedene Zeitabschnitte aufgeteilt, so dass alle Kraklinge gestaffelt im Zehnminuten-Takt ankamen und sich problemlos über das gesamte Gelände verteilen konnten.

Die persönlichen Sammelgebiete und die korrespondierenden Zeitabschnitte konnten diesmal vorab gebucht werden. Unterstützung bekamen wir hierbei vom kölner Unternehmen ticket.io. So konnten wir fast 150 „Sammeleinsätze“ an 108 Kraklinge verteilen.

Schnell sammelten sich die vollen Müllsäcke am Wegrand, wo wir sie mit unserem großen Lastenrad abholten, an der Basis wogen und stapelten. Das erschreckende Ergebnis: 3,73 Tonnen Müll stapelten sich kurz vor Sonnenuntergang am Bootshaus um in den nächsten Tagen von der AWB abgeholt zu werden. Ein absoluter Negativrekord, welcher sogar die Müllmenge des letztjährigen Rhine CleanUp Days übertrifft. Die Stammheimer Vogelwelt hingegen kann nun in Ruhe und plastikfreier Umgebung mit dem Nestbau beginnen.

Alle Bilder: David Peters